Auf den ersten Blick natürlich nichts. Aber das Orangenbeispiel verdeutlicht sehr anschaulich, wie eine kooperative Konfliktlösung durch Mediation aussehen kann.

Eine Orange, duftend und reif. Zwei Menschen möchten diese eine Orange haben. Was tun?

Die naheliegende Lösung: Sie halbieren die Orange.

Doch war es das, was sie wollten? Oder ist jetzt jeder nur halb-glücklich?

Sie könnten einen Richter fragen, der anhand der Gesetze klärt, wem die Orange zusteht.

Aber können Gesetze alle Aspekte berücksichtigen? Ist diese Lösung subjektiv gerecht? Vielleicht erlangen sie einen Vergleich. Aber kann die Orange nach diesem zeitaufwendigen Vorgehen noch wie gewünscht verarbeitet oder gegessen werden?

Mediation fragt nach den Zielen und Wünschen aller Beteiligten. Dann kann die Lösung plötzlich so aussehen:

Der eine bekommt den Saft, denn nur den wollte er. Der andere erhält die Schale – sie reicht ihm, um seinen Lieblingskuchen, den er zubereiten will, zu aromatisieren. Beide sind mit der gefunden Lösung rundum zufrieden.

Im Gespräch wird gemeinsam eine Lösung vereinbart, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.